Im Herbst 2019 sassen Nadia Kessler und Jonas Wyss in einem gemieteten Büro am Quai Ostervald. Beide hatten zuvor an der EPFL geforscht: Nadia im Bereich Natural Language Processing, Jonas in Computer Vision. Die Idee war simpel. Schweizer KMU haben Daten, aber selten die Ressourcen, um daraus funktionierende Modelle zu bauen. Grosse Beratungsfirmen verlangen sechsstellige Budgets. Freelancer verschwinden nach dem Prototyp.
Serene AI Lab sollte die Lücke füllen: ein kleines, technisch starkes Team, das Projekte von der Datenanalyse bis zum produktiven Betrieb begleitet. Ohne PowerPoint-Schlachten, ohne aufgeblähte Projektpläne.
Das erste Projekt kam über eine persönliche Empfehlung. Ein Uhrenlieferant in La Chaux-de-Fonds wollte seine Lagerbestände besser steuern. Wir bauten ein Prognosemodell auf Basis von drei Jahren Verkaufsdaten. Nach sechs Wochen lief es. Die Überbestände sanken um 18 Prozent im ersten Quartal.
Dieses Projekt brachte zwei weitere. Dann vier. Heute arbeiten wir mit Firmen aus der Logistik, dem Gesundheitswesen, der Lebensmittelbranche und dem Finanzsektor. Die Projekte sind grösser geworden, das Prinzip ist dasselbe geblieben: Erst verstehen, dann bauen.